Das hatte ich ja bereits in meiner ersten Anfrage gefragt und darauf keine genaue Antwort erhalten.
ZitatDetaillierte schalttechnische Unterlagen oder Schaltpläne zur internen elektrischen Ausführung der V2L-Funktion im Volvo EX30 sind von Volvo bisher nicht öffentlich freigegeben.
Da ich jedoch den heute erhaltenen V2L Adapter nun erfolgreich kompatibel für den EX30 umbauen konnte, habe ich die Messungen selbst vornehmen können:
- Spannung zwischen L und N => ~ 230 V
- Spannung zwischen L und PE => ~ 58 V
- Spannung zwischen N und PE => ~ 158 V
- Durchgang bzw. Widerstand zwischen PE und Fahrzeugkarosserie bei ausgeschaltetem V2L => ~ 3 Ohm
- Falls möglich, Durchgang bzw. Widerstand zwischen N und PE bei ausgeschaltetem und vollständig spannungsfreiem System => Durchwand weder zwischen N und PE noch L und PE vorhanden.
Das schließt (wie ich bereits vermutete) ein TN-Netz also schon einmal aus und es bleibt nun die Frage offen, ob der Volvo das IT-Netz auch mittels Isolationsüberwachung bereitstellt. Ich gehe eigentlich mittlerweile davon aus, aber endgültig klären würde das nur eine genaue Aussage von Volvo oder die Veröffentlichung der V2L Spezifikationen seitens Volvo. Weitere Messungen überschreiten allerdings mein Elektrik Know-How, daher warte ich erstmal ab, was andere schlaue Köpfe so messen und ermitteln. Auf dieser Seite wird das dann hoffentlich entsprechend aktualisiert.
So, nun aber zurück zu meinem V2L Adapterumbau:
Ich habe mir diesen Adapter hier von Amazon (V2L Adapter Kompatible Mit Smart, Typ 2-Entlader) bestellt. Den gab es dort gerade sogar als "Gebraucht - Sehr gut" für knapp unter 30€ - vielleicht sogar eine Rücksendung von jemanden von euch? ![]()
Der Grund dafür war, dass er bereits einen Schalter/Taster verbaut hat, welcher ja auch im originalen Volvo V2L Adapter vorhanden ist und für die Aktivierung der Verriegelung des Adapters sowie die Freischaltung der Stromzufuhr benötigt wird.
Wie auch hier im Teardown vom originalen Smart V2L Adapter beschrieben, stellte sich nach Messungen heraus, dass in dem Adapter ein 2,7kΩ Widerstand zwischen PE und PP verbaut ist. Eine Betätigung des Schalters/Tasters unterbricht diese Verbindung.
Der Adapter ist also ideal, denn:
- es handelt sich um einen Taster, keinen Schalter - perfekt, denn ein kurzer Tastendruck statt einen Schalter kurz ein- und auszuschalten reicht dann,
- der originale Widerstand ist bereits mit PE und PP verbunden - die entsprechenden Kabel zu den Kontakten sind also schon vorhanden,
- er kann einfach mittels 4 Schrauben (plus 3 weitere im Inneren) zerlegt werden.
Also zuerst habe ich den Adapter zerlegt, dafür mussten lediglich die 4 Kreuzschlitzschrauben entfernt werden. Dann die 3 Kreuzschlitzschrauben der Terminals lösen - vorbildlich, dass hier Aderendhülsen vercrimpt sind, sogar in der jeweils zum Kabel passenden Farbe.
Im Inneren befinden sich noch 3 Torx (T15) Schrauben, mit dem der Zwischenteil vom Adapter vom weiblichen Typ2-Stecker getrennt werden kann. So kommt man super an die zum Taster führenden Kabel. Im gelben Schrumpfschlauch befindet sich übrigens der originale 2,7kΩ Widerstand, welcher jedoch nicht mehr benötigt wird.
Beide zum Schalter führenden Leitungen habe ich nun getrennt, den Widerstand ebenfalls abgeknipst und dann nach diesem Schaltplan zwei Widerstände verlötet. Einen 1kΩ Widerstand direkt zwischen den Kabeln, welche von PE und PP kommen, und einen 470Ω Widerstand parallel dazu in Reihe mit dem Taster. Der Taster ist bereits als Öffner verlötet, d.h. bei Betätigung trennt er die Verbindung. Er hat jedoch auch noch einen zweiten Kontakt, könnte also auch als Schließer verwendet werden. Durch diese Verschaltung sind ohne Betätigung des Tasters beide Widerstände parallel und ergeben einen Gesamtwiderstand von ~320Ω zwischen PE und PP. Bei Betätigung des Tasters wird der 470Ω Widerstand getrennt und es ist nur noch der 1kΩ Widerstand zwischen PE und PP geschaltet. Nicht vergessen vor dem Verlöten noch Schrumpfschläuche über die Kabelenden zu stecken, damit anschließend alles schön isoliert ist. Eine abschließende Kontrollmessung bestätigte den korrekten Anschluss der Widerstände.
Nachdem ich den Adapter wieder zusammengeschraubt habe - vergesst nicht wie ich die Schaumstoffdichtung der Schukobuchse
- habe ich den Adapter erfolgreich am Auto testen können. Nach dem Einstecken des Adapters wird im Display oben rechts "Adapter angeschlossen" angezeigt und das "Energie übertragen" Menü wird freigeschaltet. Nachdem der Taster kurz betätigt wurde, rastet die Verriegelung hörbar ein, die LED fängt an blau zu blinken und im Display wechselt die Anzeige zu "Wird übertragen". Ich hatte gerade nichts anderes da, als ein Batterieladegerät, daher zeigt die Verbrauchsanzeige oben links im Display bei mir 0.0 kW, ich vermute aber mal, dass man hierüber die Stromabgabe sehen kann.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich der überschaubare Aufwand von gut einer Stunde definitiv gelohnt hat. 170€ "Stundenlohn" (30€ Nachbauadapter vs. 200€ Volvoadapter) lassen sich doch sehen. Um diesen Beitrag hier zu verfassen, habe ich gefühlt länger gebraucht. ![]()
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