Die ganzen Vorgaben, Regulatoren und Sicherheitsbedingten Einschränkungen welche es bei der Entwicklung hier zu beachten gibt sind sicherlich Haarsträubend und allein das schon ein gigantischer „Kabelbaum“ - die ganzen Goodies, die wir als Nutzer dann als Alltagsfunktionen geliefert bekommen, sind ja nur die Spitze des Eisbergs. Das sollte man irgendwo immer mit bedenken und wenn man aus der Software-Branche kommt hat man da eben noch etwas mehr Verständnis für.
Geht so. Ein Frontend Designer schraubt nicht an Assistenzsystemen rum, ein Übersetzer fasst den Code gar nicht an. Ich weiß nicht wie Volvo seine Usability-Tests durchführt und inwiefern die Ergebnisse dann auch in die Entwicklung einfließen, aber der Prozess scheint weder ausreichend noch konsistent zu sein. "Jeder Benutzer hat andere Bedürfnisse" verfängt auch nur bedingt, manches könnte man konfigurierbar machen, einige Design Flaws sind indiskutabel und es gibt auch UX-Konventionen.
Wenn man es runterbrechen möchte ist das eine, übergeordnete und wichtigste Ziel im Auto "so wenig Ablenkung wie möglich" und da scheint auch der aktuelle Anlauf eher mittelerfolgreich zu sein. Gerade in Abwesenheit physischer Bedienelemente (und die die es gibt sind absolut räudig) muss das UI sitzen. Der "Volvo-Faktor" (Sicherheit und Zuverlässigkeit) kommt noch dazu, da sind die Ansprüche zu Recht höher. Bei einem Fahrzeug der unteren Kompaktklasse das in Vollausstattung knapp 60.000€ kostet sowieso.